Thomas Schwab
Pädagoge | Erziehungswissenschaftler | Leiter im psychosozialen Bereich
Coach & Mentor | Lebens- und Sozialberater - psychologischer Berater in Ausbildung unter Supervision

08.10.2021

Mächtige Jugendliche – ohnmächtige Eltern. Was tun, wenn sich Jugendliche verweigern? Vom Sichtbarwerden einer überforderten Anpassungsleistung und adäquaten Strategien bzw. Hilfsangeboten für Eltern und Bezugspersonen

Ziel dieses Abends soll es sein, Betroffene und Interessierte über das Thema Verweigerung und über praxisrelevante Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Im Zuge eines Impulsvortrages wird die Lebenswelt der Jugendlichen beleuchtet und Hintergründe von Verweigerung, Differenzierungskriterien und lösungsorientierte Ansätze dargestellt. Im Anschluss an den Impulsvortrag soll dann ausreichend Zeit und Raum zur Verfügung stehen, um in den Austausch gehen zu können.

Übersichtlich dargestellt, werden wir konkret nachstehend angegebenen Themenfelder behandeln:

  • Lebenswelt der Jugendlichen “Pubertät”
  • Wirkungsfeld Ohnmacht
  • Schulangst, Schulphobie, Schulschwänzen
  • Interventionsmöglichkeiten für Eltern und Erziehungsberechtigte

Einleitende Gedanken zum Thema:

Unabhängig davon mit welcher Haltung und mit welchem Wissen man sich diesem Thema nähert. Kinder und Jugendliche, als auch deren Eltern und Bezugspersonen befinden sich stets in einer sehr belastenden Lebenssituation, in der beide “Seiten” Unterstützung benötigen. Daher ergeht mein Appell auch an alle Pädagog_innen bzw. involvierte Helfersysteme, anzuerkennen, dass sowohl Eltern als auch deren Kinder einem enormen Druck ausgesetzt sind. Je wahrnehmend-offener der Hilfsrahmen von allen Beteiligten angelegt wird, desto einfacher kann sich der Prozess gestalten. In Bezug auf den individuellen Lösungsweg gilt es anzumerken, dass sich dieser nur dann konstruktiv einstellt, wenn sich beide Seiten annährend-wertschätzend und wahrnehmend begegnen.

Aus meiner Praxiserfahrung heraus berichtet wird der Fokus meist zu schnell nur auf das „das schwierige Kind“ gelegt und man versucht lösungsorientiert zu intervenieren. Dieses Vorgehen ist per se nicht falsch. Faktisch ist es jedoch unumgänglich, dass auch Eltern die notwendige Offenheit zur Selbstreflexion mitbringen, sich also selbst als Teil des Lösungsweges zu begreifen und gegebenenfalls eingeladen sind anzuerkennen, dass eine eventuell angedachte Lösung zwar unmittelbar nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen mag, langfristig gesehen jedoch dem Entwicklungsprozess der Kinder und Jugendlichen dienlich werden kann. 

Wenn wir nun konkret den Blick auf unser Schulsystem lenken, dann muss ebenfalls erwähnt werden, dass Schule, Kindern und Jugendlichen mit Eigensinn, besonderen Talenten, Lernbedarfen bzw. jenen, die mit einer hohen Sensitivität ausgestattet sind, oftmals nicht gerecht werden kann.

Wie sich die konkrete Verweigerungsepisode auch immer darstellen mag, im Kern jedes Konflikts steht das Gesehen- und Angenommen werden. Dieser Abend soll somit auch hierfür Bewusstsein schaffen, um in weiterer Folge ein konstruktives Agieren zu ermöglichen. 

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