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EMDR

EMDR-Coaching

* Was ist EMDR 
* Vorgehen 
* Wirkprinzipien von EMDR 
* Anwendungsbereiche 
* Der Ablauf 'die Session' das EMDR-Protokoll 
* Tools die zur Anwendung kommen 
* Dauer 
* Grenzen und Zusammenarbeit

WAS IST EMDR?
EMDR steht für Eye Movement Desensitization Reprocessing und bedeutet so viel wie Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung.  Diese Abkürzung und deren Begrifflichkeiten erfassen somit die Essenz der Methode. Was man sich darunter genau vorstellen kann, wird nachfolgend erläutert.

VORGEHEN
Im Zuge der Bearbeitung eines Themas sitzen sich Klient*in und Coach*in gegenüber. Die Klient*in wird gebeten sich gedanklich in die belastende Situation zu begeben und verfolgt zeitgleich die Bewegung der Finger (man spricht auch vom „Winken“) der Coach*in. Oder anders formuliert: Mit einem Teil der Aufmerksamkeit befindet sich die Klient*in im belastenden Szenario, mit einem anderen Teil im Hier und Jetzt. Zusätzlich stellt das Arbeiten mit Ressourcen und positiven Imaginationen einen wesentlichen Bestandteil der EMDR-Arbeit dar. 

WIRKPRINZIPIEN von EMDR
Durch die Verschränkung der divergierenden Aufmerksamkeiten wird das Gehirn bilateral stimuliert und die Hemisphären synchronisiert.  Die Amygdala, der Hippocampus und der orbifrontale Kortex des limbischen Systems sind aktiv und wirken auf beide Großhirnhälften.  Somit wird das Gehirn angehalten nicht im Krisen-, Stress- und Angstmodus zu verharren, sondern schöpft das gesamte Potenzial beider Hemisphären für diese "andere" Verarbeitung aus. Das Szenario wird vom Gehirn also neu bewertet und es entstehen zusätzliche Synapsenverbindungen, die schlussendlich dazu beitragen, dass sich das Belastungserleben verringert oder zur Gänze auflöst. Auch versteht unser Gehirn Imagination als real und erzeugt dadurch neue Synapsenbrücken, was der Klient*in ein Umlernen ermöglicht ohne sich erneuten Belastungssituationen auszusetzen.

ANWENDUNGSBEREICHE
Die Anwendungsgebiete des EMDR-Coachings sind mannigfaltig, da es eine Vielzahl an Belastungssegmenten gibt, die uns einschränken ohne, dass sie im Regelfall mit pathologischen Erscheinungen einhergehen. Ein anschauliches Beispiel hierzu wäre die Angst vor Höhe oder etwa die Angst vor einer größeren Menschenmenge zu sprechen. Dies sind lediglich zwei Bereiche in denen EMDR wirkungsvolle Dienste leistet, doch auch bei nachfolgenden Themen kann EMDR tiefgreifende Veränderungen herbeiführen:

Ängste
Phobie
Psychosomatik
Sucht (nur Fehlgewöhnung)
Trauer
Verhaltensänderung
Lernförderung
Entwicklung von Eigenverantwortung
Stressbewältigung
Motivationssteigerung
Persönlichkeitsentwicklung
Sensibilisierung der Selbstwahrnehmung
Innere mentale und emotionale Balance
Selbstmanagement
Gesundheitsförderung
Fitness und Lebensführung
Glück & Zufriedenheit

Der ABLAUF * Die SESSION * Das EMDR-PROTOKOLL 
Aus Sicht der Coach*in gilt es im Zuge der Anamnese für den Prozess Relevantes zu erfragen und sich mit den Ressourcen der Klient*innen auseinanderzusetzen. In einem nächsten Schritt beginnt die Vorbereitungsphase, in der sich die Klient*in mit ihrem imaginierten "sicheren Ort" vertraut macht. Es werden STOP-Signale vereinbart und die Art der Stimulanz gewählt (visuell, auditiv, taktil). In weiterer Folge wird die Klient*in gebeten sich mit der belastenden Situation zu verbinden und den schlimmsten Moment zu beschreiben. Anschließend erfolgt eine Bewertung dieses Szenarios nach verschiedenen Skalen um u.a. den Prozessverlauf und den Prozesserfolg sichtbar zu machen. Nun kann das Reprocessing beginnen. In dieser Phase erfolgt die Verschränkung der Aufmerksamkeiten und die Verarbeitung der belastenden Situation.  Ist dieser Vorgang abgeschlossen, erfolgt eine neuerliche Bewertung sowie ein weiteres Reprocessing bzw. die Verankerung. Im Anschluss daran gibt ein Bodyscan Aufschluss über den Status des Verarbeitungsprozesses.Im Zuge dieses Vorgangs (dem sogenannten „Abarbeiten“) werden an drei Stellen Sicherheits-Checks in Form eines Ampelsystems durchgeführt. Sollte an irgendeiner Stelle des Abarbeitens diese Ampel auf Rot schalten, kann und darf nicht weitergearbeitet werden. Die Coach*in bricht gegebenenfalls ab um an anderer Stelle erneut anzusetzen bis die Ampel wieder auf Grün steht. Dieser Mechanismus sichert und gewährleistet ein gutes und erfolgreiches Zusammenwirken.

TOOLS, die zur Anwendung kommen
Der gesamte Prozess lässt der Coach*in Raum, gegebenenfalls zusätzliche Tools (imaginative bzw. körperbewusstseinsorientiere Methoden, etc.) einzusetzen. So wird jede Sitzung durch die Protokollvorgabe ähnlich ablaufen. Wie viel Zeit jedoch die ein oder andere Phase tatsächlich in Anspruch nimmt bzw. ob zusätzliche, dem Prozess dienliche Hilfsschritte zum Einsatz kommen, unterscheidet sich von Sitzung zu Sitzung.

ANMERKUNG: -> Alle Prozessbeschreibungen wurden auf das wesentliche beschränkt und skizzieren nicht den vollen Umfang des Ablaufes.

DAUER
Gerne wird die Frage gestellt, wie lange eine EMDR-Einheit andauert und wie erfolgsträchtig diese Methode ist. Hierzu kann gesagt werden, dass sich jede Session individuell entwickelt: Manchmal bedarf das Auflösen eines Themas 1 - 3 Einheiten à 1,5 Stunden, ein andermal ist ein Thema in einer Einheit à 3 Stunden verarbeitet. 

GRENZEN und ZUSAMMENARBEIT
Im Zuge meiner Coachings sowie im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung können und dürfen nur jene Belastungen bearbeitet werden, denen keine Pathologien zugrunde liegen. Ich arbeite also stets auf der Ebene der Lebens- und Gesundheitsförderung, stelle weder Diagnosen noch „behandle“ ich im Sinne von Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Heilpraktiker*innen oder Ärzt*innen. 

Zeitgleich erachte ich es als unermesslich meinen Klient*innen rückzumelden eine der oben genannten Berufsgruppen zu konsultieren, sobald ich Erlebenswelten wahrnehme, für die eine ergänzende Behandlung wertvoll wäre. 

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